TATEN statt Worte! Heraus mit der Lesbengeschichte! Herbei mit den Frauen*rechten!Dyke*March Rhein-Neckar 2018

Abmarsch vom Mathilde-Franziska-Anneke-Platz / Maria Gräfin von Graimberg und Theodora Aberle- Platz / Friedrich und Luise-Ebert-Platz

Bei schönem Wetter erlebte Heidelberg den zweiten Dyke*March Rhein-Neckar- die Demo von und für frauenliebende Frauen* und ihre Unterstützer*innen in Baden-Württemberg.
Heraus mit der Lesbengeschichte! Herbei mit den Frauen*rechten! war das Motto dem Taten folgten: drei Plätze wurden nach frauenliebenden Frauen der Geschichte symbolisch umbenannt:

Audre Lorde Platz / Dr. Marie Baum Platz symbolisch umbenannt Universitätsplatz

Der Universitätsplatz wurde zu ‚Audre-Lorde-Platz umbenannt. Von dort aus startete die bunte Schar von etwa dreihundert Leuten und zog mit feschen Rhythmen durch die Fußgäner*innenzone zum Mathilde-Franziska-Anneke-Platz (Friedrich und Luise Ebert Platz). Auf der von Auto befreiten Kurfürsten und Freidrich-Ebert-Anlage ging es zur Stadtbücherei und dem Anke-Schäfer-Platz. Zahlreiche Gruppen gaben insgesamt neun Redebeiträge.

Hier folgen Redebeiträge zum Nachlesen:

Forderung des Mannheimer Lesbenstammtisch an die Stadt Mannheim
Herrn Oberbürgermeister Peter Kurz, sowie an die Stadträt/innen der
Gemeindeverwaltung der Stadt Mannheim, Sabine Berger (Mannheimer Lesbenstammtisch)
Vorgetragen im Rahmen Dyke*March Rhein Neckar, im Rahmen des CSD Rhein Neckar am 10.8.2018, Heidelberg:

Die Stelle des / der Beauftragten LSBTI- Beauftragten der Stadt Mannheim ist seit Monaten und auf unabsehbare Zeit ausschließlich von einem schwulen Mann in Vollzeit besetzt. Dafür wurden die ½ Stelle der ehemaligen lesbischen Stelleninhaberin verwendet.
Die „Schwul-Lesbische Initiative Mannheim“ hat über 10 Jahre dafür gekämpft, dass eine
Koordinierungsstelle für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen nach dem Vorbild anderer
Städte wie München, Berlin, Leipzig und Münster eingerichtet wurde.

Schon mit der Wahl des Oberbürgermeisters Dr. Peter Kurz im Jahr 2007 forderte die
SchliMm die Einrichtung dieser Stelle. Wiederholt wurde diese Forderung am 28.10.2010 von der SchliMm am Runden Tisch mit dem OB Peter Kurz. Im Rahmen des Change Prozess ² der Stadt Mannheim wurde diese Forderung immer wieder an die Stadt herangetragen.
Nach weiteren Jahren der Forderungen – wurde dann endlich eine volle Stelle
Beauftragung für die Chancengleichheit von Menschen vielfältiger sexueller und
geschlechtlicher Identitäten – kurz LSBTI-Beauftragung – geschaffen. Die SchliMm forderte damals schon, dass für die Koordinierungsstelle eine Mindestausstattung von 1,5 Stellen notwendig sind.
Geschaffen wurde leider nur eine Stelle, die aber paritätisch mit einer lesbischen Frau und
einem schwulen Mann besetzt. (jeweils ½ Stelle). Wie sich heute herausstellt reicht dies
nicht aus.
Die Stadt Mannheim veröffentlicht auf ihrer Internetseite , dass sie mit der Einrichtung
dieser Stelle die erste Stadt in Baden-Württemberg ist.
Nach dem Weggang der lesbischen Stelleninhaberin vor einigen Monaten, wurde die Stelle
komplett an den jetzigen schwulen Stelleninhaber übertragen. Es wurde versäumt, die
Stelle sofort wieder neu auszuschreiben und mit einer lesbischen Frau zu besetzen.
Auf der Internetseite der Stadt Mannheim werden die Aufgaben des jetzigen
Stelleninhabers ausschließlich männlich beschrieben. So heißt es:
„Der LSBTI-Beauftragte entwickelt Strategien“
„Der LSBTI-Beauftragte berät“
„Der LSBTI-Beauftragte unterstützt die LSBTI-Community“
„Der LSBTI-Beauftragte hilft“
„Der LSBTI-Beauftragte ist Vielfaltsbeauftragter“
Mannheim kann anscheinend nur Mann, weshalb Mannheim auch Mannheim heißt.
Der Mannheimer Lesbenstammtisch fordert im Rahmen des diesjährigen Dyke- March
Rhein-Neckar und des CSD Rhein Neckar, den Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz auf, die Stelle ab sofort wieder mit einer lesbischen Frau zu besetzen.
Die Stelle ist für beide Stelleninhaber/innen auf mindestens 1,5 Stellenumfang paritätisch
auszustatten.
!!!!Die lesbischen und frauenliebenden Frauen wollen nicht von einem schwulen Mann
vertreten werden!!!!

Mannheimer Lesbenstammtisch
Der Mannheimer Lesbenstammtisch gründete sich vor 15 Jahren (2003). Gründerinnen waren die Teilnehmerinnen aus der ehemaligen Coming Out Gruppe von PLUS der Psychologischen – Lesben und Schwulenberatung Rhein Neckar.
Hintergrund war, dass die Erfahrungen und guten Gespräche aus der Coming Out Gruppe fortgeführt werden sollten. Nach den 10 Treffen bei PLUS suchten die Gründerinnen des Lesbenstammisches einen Ort, wo sie sich weiterhin austauschen und unterstützen konnten. Als Treffpunkt wurde vereinbart, sich jeden 1. Freitag im Monat ab 19:00 Uhr im damaligen Helium (I 7, 21, Luisenring) in Mannheim zu treffen. Bis dahin gab es keinen Angebot oder Treffpunkt(außer bei PLUS) für Lesben.
Die kommenden Coming Outgruppen hatten jetzt eine Anlaufstelle; einen Ort an dem sich die Lesben treffen konnten. Bis heute trifft sich der Mannheimer Lesbenstammtisch monatlich in der Eichbaumbrauerei in Mannheim.
Der Mannheimer Lesbenstammtisch ist autonom, selbstbestimmt, selbstorganisiert und in der Rhein-Neckar Region bestens vernetzt.
Speyer 10.8.2018, Mannheimer Lesbenstammtisch Sabine Berger, Mitorganisatorin
Mannheimer Lesbenstammtisch (seit 2014)

 

Redebeitrag – „Aktion Standesamt“ – Redebeitrag beim Dyke*March Rhein-Neckar 2018

Liebe Menschen auf dem Dyke-March 2018 in Heidelberg!

Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf, um als Aktivist_in für Aktion Standesamt 2018 ein Grußwort zu überbringen.

Der einen oder anderen hier wird die Aktion Standesamt von 1992 noch etwas sagen. 250 lesbische und schwule Paare gingen auf die Standesämter um etwas zu fordern, was so noch nicht vorgesehen war: Die Ehe, für gleichgeschlechtliche Paare.
Natürlich wurde das abgelehnt, doch ca. 100 der Paare legten Klage ein. Auch wenn diese Klagen nur in Teilen erfolgreich waren, so erregte die Aktion doch großes mediales Aufsehen und regte eine Debatte in der Gesellschaft an. Über die Zwischenstation der Lebenspartnerschaft wurde 25 Jahre später nun letztes Jahr doch endliche die Ehe für alle möglich. Ein paar Nachbesserungen braucht sie noch. Auch die gesetzlichen Regelungen zur Elternschaft sind noch nicht für alle passend. Seit letztem Jahr lauten die Einträge auf den Geburtsurkunden statt auf Elternteile wieder auf Mutter und Vater.
Warum?

Welche Rolle spielt das Geschlecht? – Eine gute Frage.
Es kommt darauf an. Natürlich lässt sich die Frage so pauschal nicht beantworten.
Sollte es eine Spielen? – Diese Frage lässt sich eher beantworten. Und in vielen Fällen mit Nein.
Frauen und Männer sind gleichberechtigt, sagt das Grundgesetz. Doch de facto ist noch lange keine Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern erreicht.
Wir leben ja auch nicht nach Gesetzen, sondern in sozialen Zusammenhängen, in einer Kultur, in der es Geschlechterrollen gibt.
Natürlich sind diese für jede und jeden einzelnen für uns eigentlich nicht verpflichtend. Aber trotzdem werden Abweichungen davon sanktioniert.

Wie oft mussten sich die namensgebenden „Dykes“ des Marsches heute wohl anhören, „keine richtigen Frauen“ zu sein.
Wie oft wird auch heute noch, die Maschinenbau-Studentin gefragt, wie es denn sei „als Frau so ein Fach“ zu studieren.
Wie oft wird der kleine Bruder gefragt, ob sein rosa Fahrrad ein Erbstück von der großen Schwester sei.

Manche solcher Fragen sind offensichtlich als Beleidigung gemeint. Dass es möglich sein soll, Menschen entweder damit zu beleidigen, ihnen ein anderes Geschlecht zuzuschreiben, oder dass sie ihres nicht „richtig“ ausfüllen würden – dass das überhaupt geht…?
Manche der Fragen sind arglos, hinterlassen aber zusammengenommen doch tiefe Spuren.
Manche sind „gut gemeinte“ Entschuldigungen dafür, dass etwas ungewöhnlich ist.
Alle sind sie aber geeignet, zu hinterfragen: Was bedeutet Geschlecht? Welche Annahmen und Zuschreibungen hängen daran?
Welche übernehmen wir für uns selbst, für andere, welche lehnen wir ab? Und an welcher Stelle sind wir Teil eines Systems, das Annahmen und Stereotype reproduziert? Wenn wir flapsige Bemerkungen machen oder Small Talk halten. Wollen wir das sein?

Warum sexistisch sein, wenn wir auch einfach still sein könnten.
Oder nett. Und uns wirklich für unser Gegenüber interessieren, und fragen:
Gefällt dir dein Fahrrad?
Was macht Dir an deinem Studium am meisten Spaß?
Was bewegt dich, was möchtest du erreichen?

Als ich vor zwei Jahren angefangen habe, männliche Hormone zu nehmen, wurde ich gefragt: „Du möchtest also nun ein Mann werden?“ – „Nein,“ habe ich gesagt, „ich möchte ich sein.“
Manchen Menschen helfen Hormone oder Operationen, mehr sie selbst sein zu können. Sehr viele brauchen das zum Glück nicht. Und ich kann gut nachvollziehen, dass es schwer ist, sich das vorzustellen, wenn es euch nicht betrifft.

Als Jasmin kam ich auf die Welt. Wenn ich damals nicht eindeutig wie ein Mädchen ausgesehen hätte, wäre ich vielleicht Janosch genannt worden. Jetzt, 35 Jahre später stehe ich vor der Entscheidung, ob ich lieber den anderen Namen hätte stattdessen. Aber nein. Beide. Jj.

„Aber wenn nun alle, die nicht so ganz typische Frauen sind, sich nicht mehr als Frauen bezeichenen – ihr könnt uns doch nicht mit den Stereotypen alleine lassen!“ hat mich neulich jemand gefragt. Nein. Das wollen wir auch nicht. wir nicht-binären Menschen.
Ich habe sehr lange gebraucht, und das auseinander zu sortieren. Um mir klar zu werden, dass ich gleichzeitig glühend feministisch sein kann – und es sich trotzdem jedes Mal als nicht ganz richtig anfühlt, wenn ich als Frau bezeichnet werde.

Letztes Jahr habe ich von der Kampagne Dritte Option gehört. „Ja“ hat da die Stimme gesagt, die sonst immer „Nein“ gesagt, hat, wenn jemand gefragt hat: „Bist du eine Frau?“ – „Nein.“ – „Willst du ein Mann sein?“ – „Nein.“ Eine dritte Möglichkeit? „Ja.“ Das entspricht mir. Ich kann es nicht erklären, es ist einfach so.

Das Gerichtsurteil im Herbst letzten Jahres hat sich angefühlt, wie ein Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk gleichzeitig. Es kam dazu was in der Tagesschau. Auch andere hatten davon gehört.
Dann eine Ernüchterung: Ein CDU geführtes Innenministerium bringt im Mai einen Gesetzentwurf heraus, der nur den Menschen, die einen Nachweis bringen, dass sie intersexuell sind, eine Dritte Option zugesteht. Seit ich mich für die Aktion Standesamt 2018 einsetze, nehmen immer wieder Menschen an, ich sei auch intersexuell. Ich bin es nicht. Ich habe aber viel darüer gelesen.
Und es macht mich jedes Mal wieder wütend, wenn ich lese, dass die Anzahl der kosmentischen genitalangleichenden Operationen bei Babys nicht zurückgeht. Ein Verbot von solchen Operationen ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Es wird Zeit, dass es kommt!
Im Gesetzentwurf steht also der gleiche Mist wie auch schon im Transsexuellengesetz: Nicht die Person um die es geht wird gefragt, sondern die Medizin.

Doch diese einmalige Chance soll nicht vertreichen, ohne dass zumindest jemand den Protest hört. Deshalb fordert die Aktion Standesamt 2018 dazu auf, dass alle, die sich durch ihren derzeitigen Geschlechtseintrag nicht oder unzutreffend beschrieben fühlen, dies durch einen Antrag auf ihrem Standesamt zum Ausdruck bringen. Egal ob wir gerne einen Wechsel von männlich nach weiblich hätten, von weiblich nach männlich, eine Dritte Option oder eine Streichung hätten: In der Aktionswoche vom 8.-12. Oktober 2018 werden wir unsere Anträge einreichen und am 13. Oktober in Berlin demonstrieren.

Für einen selbstbestimmte Dritte Option. Egal ob Intersexuell oder nicht binär oder wie auch immer ihr euch bezeichnet.
Für Selbstbestimmung beim Geschelchtseintrag für alle. Weiblich, männlich, transsexuell, transident, quenderqueer.
Für weniger Geschlechterrollenzwänge für alle Menschen.

Denn am Ende wollen wir doch alle das selbe: Einfach nur wir selbst sein dürfen. So gesehen und so anerkannt werden wie wir sind.

Ich wünsche euch und uns allen weit sichtbar zu sein, mit dem Dyke March 2018.

Jj Link für die Aktion Standesamt 2018

Grußwort ILSE Rhein-Neckar
zum Dyke March in der Metropolregion am 10.08.2018

Liebe Dykes, liebe Lesben, frauenliebende Frauen aller Facetten und Identitäten, liebe Freundinnen und Freunde…

Ich freue mich sehr im Namen der ILSE – der Initiative lesbisch- schwuler, bi-, trans-, intersexueller und queerer Eltern in der Rhein-Neckar-Region – zum 2. Dyke March hier in HD ein paar Worte an Euch richten zu dürfen. Und damit zur Sichtbarkeit – in diesem Fall von Regenbogenfamilien im allgemeinen und lesbischen Müttern im speziellen – beizutragen.

Zum diesjährigen Motto des Dyke-March „Herbei mit den Frauenrechten – heraus mit der Lesbengeschichte!“ hätte ich als junge lesbische Frau, Feministin und Teil der Frauen-/Lesbenbewegung eher zuletzt an die Themen „Kinder und Familie“ gedacht…

In den 70-er und 80-er Jahren waren Homosexualität und Kinder gesellschaftlich noch zwei sich ausschließende Begriffe. Heute ist das anders: Junge Lesben und vermehrt auch schwule, trans- und queere Menschen prüfen mit zunehmender Selbstverständlichkeit, welches Lebensmodell zu ihnen passt – Kinder und Familie sind dabei auch eine Option.

Seit Einführung der „Eingetragenen Lebenspartnerschaft“ 2001 und den – von der Politik verschleppten, und erst durch das Bundesverfassungsgericht erzwungenen – Nachbesserungen zur rechtlichen Anerkennung der nicht-leiblichen Mutter als Elternteil
hat sich viel getan – bis hin zur am 01.10.2017 eingeführten, jahrelang kontrovers diskutierten – und von rechts-konservativen Kreisen noch immer vehement abgelehnten – „Ehe für alle“.

Damit ist Deutschland eines von gerade mal 25 Ländern weltweit, die sich zur rechtlichen Gleichstellung von lsbt*-Paaren und Familien bekennen. Also alles gut soweit? Nein!

Auch die „Ehe für alle“ diskrimiert lsbtiq-Eltern weiterhin. So sind verheiratete lesbische Mütter, die ihr Kind gemeinsam geplant und bekommen haben – anders als in Hetero-Ehen – trotzdem nicht automatisch beide von Geburt des Kindes an rechtliche Eltern.
Nein, sie müssen weiterhin das langwierige Prozedere der Stiefkind-adoption durchlaufen, was eine monatelange, mitunter jahrelange Rechtsunsicherheit bedeutet.

Dabei sind sie auf die Einschätzung der jeweiligen Jugendämter und Familiengerichte angewiesen. Das ist oftmals entwürdigend und das Gegenteil von Gleichstellung!

Auch beim Zugang zur Reproduktionsmedizin sind lesbische Frauen – Heirat hin oder her – weiterhin benachteiligt, wenn nicht ganz ausgeschlossen.

Es reicht also nicht, Regenbogenfamilien nach dem Motto „alle so schön bunt hier“ und „jeder nach seiner Facon“ – einfach zum Katalog vielfältiger Familienformen hinzuzufügen.

Der Begriff von „Familie“ muss jenseits der noch tief sitzenden hetero-normativen und patriarchalen Vorstellungen mit „Vater-Mutter-Kind“ als Prototyp, gänzlich neu gedacht werden, damit sich die heute bereits bestehenden (und wunderbar funktionierenden!) vielfältigen Familienmodelle in den Köpfen wie auch in den gesetzlichen Regelungen zu Abstammung und Elternschaft niederschlagen:
„Familie ist wo Kinder sind“ – oder sogar noch weiter gefasst:

Familie ist, wo Menschen füreinander verbindlich Verantwortung übernehmen“…

Davon würden nicht nur Regenbogenfamilien profitieren sondern wir alle hier: Menschen, die in ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität und auch in weiteren Aspekten ihrer Persönlichkeit von der sogenannten Mehrheitsgesellschaft abweichen.

Neben der rechtlichen Gleichstellung geht es uns also auch um die Sichtbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz unserer Lebensformen!

Als Regenbogenfamilien sind wir tagtäglich „out“, ob wir wollen oder nicht:
In Kindergärten, Schulen, Sportvereinen, Ämtern – überall heißt es Position zu beziehen – immer wieder aufklären, vermitteln und erklären, damit das unsere Kinder nicht ständig tun müssen.

Wir wünschen uns, dass sich Kindergärten, Schulen, Jugend- und Beratungseinrichtungen aktiv mit lsbtiq-Themen auseinandersetzen,

dass Bilder-, Schulbücher und andere Medien vorgehalten werden, in denen sich auch unsere Kinder mit ihren Familien wieder finden.

dass die Mitarbeiter_innen in diesen Institutionen für unterschiedlichste Lebens- und Familienmodelle interessieren, Bescheid wissen und offen darüber sprechen können.

dass lsbttiq-Themen in den Ausbildungs- und Fortbildungskatalog pädagogischer und psychosozialer Berufe aufgenommen werden.

Diese Ziele sind noch lange nicht erreicht – und die Bereitschaft innerhalb dieser Institutionen – Schule, Jugendhilfe etc. ist bislang noch „ausbaufähig“.

Und zum Schluss wünschen wir uns klare Zeichen der Solidarität und Wertschätzung – denn in Zeiten von AFD, „Demo für alle“ usw., die uns und unseren Kindern ganz offen die Existenzberechtigung absprechen, sind wir auf aktives Gegensteuern und gesellschaftlichen Zusammenhalt angewiesen.

Vielen Dank!

Sabine Sturm (Sprecherin ILSE)